Sie kennt die Beacharena aus dem Organisationskomitee, als Spielerin und auch als Coach aus allen Perspektiven. OK-Präsidentin Petra Schifferle-Walser im Interview.

Petra im Kurzportrait

36 Jahre, verheiratet mit Markus, wohnt in Schaan
Beruf: früher als Compliance Officer bei Banken, heute Leiterin Geschäftsstelle Liechtensteiner Volleyballverband und VBC Galina
Leidenschaft Volleyball: Spielerin, Trainerin, Vorstandsmitglied

So wurde Petra 2011 mit ihrer damaligen Partnerin Ramona als Spielerin in der Liewo vorgestellt. Ramona ist auch in diesem Jahr wieder als Spielerin dabei (mit Partnerin Laura Marxer – mehr Infos).

Du bist neu OK-Präsidentin der Beacharena. Nach vielen Teilnahmen als Spielerin warst du zuletzt auch als Coach dabei, nun im OK. Welche Perspektive gefällt dir am besten?

Als Spielerin fand ich die Atmosphäre in Vaduz immer genial. Vor dem „eigenen Publikum“ zu spielen, überall bekannte Gesichter. Wenn du einen Punkt machst, Gänsehaut! Die Beacharena war nebst den Kleinstaatenspielen immer das absolute Highlight für mich. Als ich als Coach die beiden jungen Teams betreuen durfte, gab mir das ein super Gefühl. Ich konnte sie mit meiner Erfahrung unterstützen und sie bei diesem tollen Erlebnis begleiten. Für dieses Jahr gab es bei der Beacharena viele Fragezeichen. Finanziell und personell. Da habe ich nicht gezögert und für die Organisation zugesagt. Die letzten vier Monate habe ich fast nichts anderes gemacht und es macht sehr viel Spass. Bei mir laufen nun alle Fäden zusammen und ich hatte mit vielen hilfsbereiten Leuten Kontakt.

Wärst du gerne nochmals als Spielerin dabei?

Nein, denn seit vier Jahren habe ich nicht mehr regelmässig trainiert. Ich spiele nur noch zum Spass. Die Jungen sollen jetzt übernehmen! Klar juckt es noch immer in den Fingern, aber alles hat seine Zeit. Ich geniesse den Sport jetzt anders und mein Leben dreht sich nicht NUR um Volleyball oder Beachvolleyball.

Petra als Coach des FL-Nachwuchsteams am Kleinstaatenturnier im Rahmen der Beacharena 2017.

Was macht für dich Beachvolleyball aus?

Du bist zu zweit auf dem 8×8 Meter grossen Feld. Als Team, aber doch nur unterstützend, wenn es der Partnerin mal nicht läuft. Beim Beachen ist Erfahrung extrem wichtig, eine eigene Strategie haben, den Gegner während dem Spiel kennenlernen und auf seine Strategie reagieren. Eigentlich wie schnelles Schach! Und dazu auf dem Sand körperlich sehr intensiv. Das Spiel ist aber doch sehr „spielerisch“, nicht einfach blind nach System.

Die Stimmung an regionalen Turnieren war immer sehr freundschaftlich. Bei den grossen Turnieren kommt dann noch die ganze Atmosphäre mit der Musik und den Zuschauern dazu.

Welche Aufgaben hast du im OK übernommen?

Im OK war ich früher im Office und habe dort die Administration gemacht. Mit meiner neuen Funktion als OK-Präsidentin kommt bei mir alles zusammen. Infrastruktur, Sponsoring, Finanzen, Helfer, Material, Losverkauf, etc. Einige Helfer, die mich super unterstützen, helfen mir, den Überblick zu behalten. Es ist schon ein riesiger Event, den man nicht alle Tage organisiert.

Was ist einfach, wenn es darum geht, einen solch grossen und bedeutenden Anlass für Liechtenstein und die Region zu organisieren?

Es bereitet mir wirklich sehr viel Freude. Ich bin mit sehr viel Herzblut dabei und freue mich über jeden Haken, den ich hinter eine Pendenz setzen kann. Die Hilfsbereitschaft unserer Partner ist riesig, alle helfen mit und steuern ihren Beitrag zum Turnier bei. Das Turnier besteht ja zum Glück schon seit 15 Jahren. Wir mussten einige grössere Änderungen vornehmen, um das Turnier wieder auf die richtige Bahn zu bringen, konnten aber auch auf viel Bewährtes zurückgreifen. Wir werden weiter hart für dieses Turnier arbeiten, damit es bleibt, was es immer war: Ein super Beachvolleyball-Event mit internationalem Flair.

Was ist schwierig dabei, einen Anlass wie die Beacharena mit zahlreichen Helferinnen und Helfern, mehr als 10‘000 Zuschauern und Teams aus der ganzen Welt zu organisieren?

Da wir Vieles anpassen mussten, um das Turnier vor allem finanziell sichern zu können, war dann der Zeitdruck sehr gross. Wir hatten viele spannende Ideen, die wir aber (noch) nicht alle umsetzen konnten. Helferinnen und Helfer für das Catering und auf dem Court fehlen immer, da sind wir bis zum letzten Tag auf der Suche. Die Finanzen muss man ständig im Auge behalten, Unvorhergesehenes locker nehmen, an „alles“ denken und priorisieren. Und nebst all den Herausforderungen darf man als Organisator eines nie vergessen: Es geht um Beachvolleyball!

Ergänze bitte: Die Beacharena 2019 war erfolgreich, wenn …

… (fast) alle zufrieden sind. Die Teams sollen sich bei uns wohl fühlen, die Zuschauerinnen und Zuschauer sollen die Zeit in der Beacharena mit tollem Sport, leckerem Essen und feinen Getränken geniessen können. Die Helfer sollen gerne mithelfen und Spass dabei haben. Finanziell muss eine schwarze Null rausschauen, was jedes Jahr eine grosse Herausforderung ist. Die Sponsoren und Partner sollen ihre Ziele erreichen.

Insgesamt ziehe ich eine positive Bilanz, wenn die Beacharena als genialer Event nicht nur in Liechtenstein, sondern über die Grenzen hinweg wahrgenommen wird. Und last but not least: Die letzten Jahre bekamen wir nach dem Turnier immer Anfragen von Kindern, die gerne Volleyball spielen wollen. Auch hier erhoffen wir uns einen positiven Effekt.

Was möchtest du sonst noch über die Beacharena und dein Engagement loswerden?

Es gibt sehr viele Aspekte bei einem solchen Event. Auch für Nicht-Volleyballer hat es etwas dabei! Wir freuen uns über jeden, der uns und den Event unterstützt, in welcher Form auch immer! Vielleicht sagt sich jemand nach dem Besuch der Beacharena: „Da will ich auch mitmachen“ oder „das kann ich besser!“. Jede helfende Hand, jeder Franken und jede Rückmeldung sind willkommen!

Danke für das Interview und viel Freude und Erfolg mit der Beacharena 2019! Für das Interview: Raphael Imhof

Die Beacharena aus allen Perspektiven